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08.05.2005


Wispa im Interview.

Alles klar – Alle da

Sommerzeit und das Leben ist easy. Fischstäbchen springen und die Baumwolle wächst. Papa ist reich und Mama sieht gut aus.....Wenn Wispa nicht dolmetzgert, wandert, trampt, Weizen trinkt (jodelahiti), Musik hört oder im Lexikon liest, dann macht er eine Fete. Eine große Fete. Alle sind da – alle sind glücklich: und Wispa?

Wir trafen Wispa auf ein Weizen im Lokvogel.


WIR: Wispa, wie hatte das eigentlich alles angefangen?
Wispa: 1983 hatte ich meine erste Fete. Ich kannte so viele Leute, die sollten sich einfach alle mal kennenlernen. Ja und das fand dann in der Schützenhalle in Oesbern statt. Mit fünf Bands. Aber da hatten wir dann Ärger mit den Anwohnern und haben auch eine Runde Gericht mitgemacht. Die nächste Runde haben wir uns dann gespart.
Die zweite Fete war in Böingsen. So mit 800 Leuten. Da hatten wir dann auch Ärger mit den Nachbarn. Einer beschwerte sich mit Schlafmütze auf dem Kopf.
Dann kam der Abgesang auf die Hallen-Feten. Auf der dritten Party konnten alle für fünf Mark Eintritt frei saufen. Aber von 1000 Gläsern haben nur neun überlebt.


Und ab dann hast du draußen gefeiert?
Ich hab mir gedacht, die Leute brauchen frische Luft, Platz und die Kinder müssen dabei sein. Denn das ist psychologisch zu verstehen: auch die größten Krawallmacher werden dann ruhig.


Hast du alles alleine organisiert?
Erst hat mich der Motorradclub MC Hönnetal unterstützt. Später dann, mir kam ja die Liebe dazwischen, half mir der Bauer Bauer. Denn der war von der Fraktion „schlauer Bauer“. Der wollt sich auch ein bißchen Geld dazu verdienen. Ja gut, die ersten beiden Male kam noch die Polizei...Und dann kam ich ans Organisationstalent, ich glaub der heißt Thomas. (Wispa lacht laut auf und schiebt sich mit ausgespreitzten Daumen und Zeigefinger die Brille wieder nach oben)


Machst du Gewinn bei den Feten?
Manchmal kommt etwas raus. Aber einmal haben sie uns auch ein Fass geklaut. Das war nicht so toll. Ach, irgendwie hab ich das immer hingekriegt. Mit viel Improvisation.


Soviel Arbeit, was motiviert dich eigentlich?
Ach weißt du, das macht mich einfach glücklich, wenn ich ein glückliches Gesicht sehe. Das törnt mich dermaßen an. Freude mit Freunden!
Nein, es ist einfach so: ich bin ja auch nicht einer, der traurig ist. Dann wollt ich auch mal eine Party machen. Ich wollt es für die Leute machen.


Was war dein schönstes Erlebnis?
Ach, da gab es soviel. An meinem 50. Geburtstag hängte sich ein kleiner Junge an mein Bein und meinte: „Wispa, dass ist so schön hier, ich komm nächstes Jahr wieder.“ Oder als mir das Provisorium herausgefallen war (wir erinnern uns), musste ich ja zur Zahnärztin. Und die erzählte mir von ihrer 19 jährigen Tochter, die war auch auf meiner Fete. Und als die Mutter sie gefragt hatte, wie alt der Gastgeber denn sei, meinte sie: „Etwas älter als ich.“



Wir bedanken uns bei Wispa für das Gespräch, ordern ein weiteres Weizen und freuen uns auf dieses und alle kommenden Festivals.

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